FNS zerschlagen

Das Freie Netz Süd ist ein bayernweiter Zusammenschluss von Neonazikameradschaften, das Ende 2008 gegründet wurde.
Nachdem in der NPD- Bayern eine Streiterei über die politische Strategie entfachte, versuchten mehrere Neonazis den alten Landesvorstand um Ralf Ollert (Nürnberg) und Sascha Rossmüller (Rain) zu stürzen indem sie die beiden bekennenden Nationalsozialisten Uwe Meenen (Würzburg) und Matthias Fischer (Fürth) als Gegenkandidaten aufstellten. Als dieser Putschversuch allerdings verhindert worden ist, zogen die Neonazis beleidigt ab, stachen mehrere Autoreifen von anderen NPD-Delegierten auf und einige Faschisten wie Matthias Fischer und Tony Gentsch verließen noch am selben Tag bzw. Tage später die Partei. So waren es die ehemaligen führenden Köpfe der FAF Norman Kempken (Nürnberg), Matthias Fischer (Fürth), Lutz Passon (Ebermannstadt) und der „Kameradschaftsbund deutscher Sozialisten“ (KDS) -Kader Tony Gentsch ( Toepen), die daraufhin das „Freie Netz Süd“ (FNS) gründeten.
Die FAF war eine extrem rassistische und nationalistische Kameradschaft, die 2004 vom bayerischen Innenminister wegen „Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus“ verboten wurde.
Sie hatte auch Kontakte zur Kameradschaft Süd um Martin Wiese, die einen Anschlag auf die Grundsteinlegung einer Synagoge in München geplant hatten.
Viele der führenden Köpfe der FAF traten nach dem Verbot in die NPD ein und gründeten teilweise auch neue Kreisverbände.
Das FNS tritt meist durch Flugblattverteilungen und körperliche Angriffe auf AntifaschistInnen und MigrantInnen auf.
So kam es vor allem in der Region Fürth fast wöchentlich zu Übergriffen von FNS- Aktivisten auf Andersdenkende auf.
Der Höhepunkt war der Übergriff des jahrelang aktiven FNS- Kaders Peter Rausch (Fürth) auf einen jungen Antifaschisten in Nürnberg.
Am 28. April 2010 schlug Rausch diesen in einer Nürnberg U-Bahn halb tot. Der Antifaschist konnte nur durch eine 40-minütige Wiederbelebungsmaßnahme gerettet werden. Rausch wurde deswegen zu 5 1/2 Jahren Gefängnis wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
Neonazis des FNS sind es auch, die die Anti-Antifa-Nürnberg (AAN) betreiben. Diese hetzt aggressiv gegen ihre politischen Feinde und rief durch Veröffentlichungen von über 200 Personen, teilweise mit Foto und Adresse, zu militanten Aktionen gegen diese auf.
Zu den Fotografen der AAN gehört auch der Stadtrat der NPD-Tarnliste „Bürgerinitiative Ausländerstopp Nürnberg“ (BIA), Sebastian Schmaus (Nürnberg). Dieser ist auf fast jeder politischen Aktion der FaschistInnen mit einer Kamera ausgestattet und fotografiert ausschließlich GegendemonstrantInnen. 2009 kam es zu einem Prozess gegen Schmaus und seinen Anti-Antifa Kumpanen Michael Reinhardt (Fürth). Sie wurden von mehren AntifaschistInnen angzeigt, da diese ihnen nachweisen konnten, dass die Bilder die auf der Seite der AAN von ihnen angefertigt wurden.
Mittlerweile wurde auch der FNS- Nachwuchskader und Anti- Antifa Aktivist Kai – Andreas Zimmermann (Fürth) zu einer Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung verurteilt. Die Neonaziszene in Nürnberg/Fürth hat aufgrund der Inhaftierung vieler FaschistInnen ihre politische Relevanz im Freien Netz Süd verloren.
Mittlerweile konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf den Raum Oberfranken.
In Oberprex konnte der ebenfalls inhaftierte FNS- Kader Tony Gentsch (Toepen) eine Gaststätte erwerben, in der regelmäßig unbehelligt von der Öffentlichkeit Neonazikonzerte und Kameradschaftsabende stattfinden.
Auch in der Region Amberg und Sulzbach-Rosenberg sind die Neonazis aktiver geworden. So organisieren sie dort Demonstrationen und Kundgebungen.
Bei einer antifaschistischen Demonstration in Amberg 2010 versuchten einige Neonazis die Demonstration anzugreifen, was allerdings unterbunden werden konnte.


Hier ist ein Artikel des Antifa Rechercheteams Nürnberg zu finden, die einige Kader des Freien Netz Süd veröffentlichten.